Christian Wederka :: XHTML, CSS, PHP, MySQL, JavaScript, AJAX, jQuery

SEO - Tipps, Tricks & Kniffe :: 28.09.2011

Inhalt, Inhalt, Inhalt!

Das A und O weswegen überhaupt jemand auf die eigene Website kommt. In dem Zusammenhang: Startseiten sind OUT! Ein "Willkommen auf/bei ..." und ein "hier geht's weiter" bzw. "Hier bitte Browser, Auflösung, Farbtiefe, installierte Plugins, etc. auswählen" schreckt den Besucher nur ab, denn dieser will Inhalt und das sofort!. Jeden Blog den ihr ansurft, liefert euch sofort die aktuellsten Einträge. Selbst große Seiten wie Golem oder heise.de liefern als Eingangsseite die aktuellsten Nachrichten/Einträge aus. Es scheint zwar im privatem Umfeld unpersönlich zu sein, ist aber effektiv und gibt dem Besucher einen Grund mehr euch öfter aufzusuchen.

Aber zurück zu unserem Inhalt. Auch Google freut sich über viel Inhalt und diesen bitte optimalerweise als Text und nicht als Flashanimation oder per JavaScript (AJAX) reingeladen. Auch von Vorteil: Inhalte so verfassen, dass der gewünschte Suchbegriff häufig vorkommt. Beste Beispiele in verganener Zeit waren die Suchbegriffe "Nudelnmitzwiebeln" und "Milchundketschup". Auch wenn beide Begriffe vollkommen sinnfrei sind, zeigt es doch wie durch guten Gebrauch von Suchbegriffen im Inhalt ein besseres Ranking erreicht werden kann.

Zusätzlich sollte man versuchen Inhalte zu verfassen, die möglichst einzigartig sind. Hat den Vorteil dass, sofern man Einer unter Wenigen oder der Einzige ist, auch meist ganz oben mit dabei ist. Das ist zwar nicht immer möglich, aber man sollte sich stets vor Augen führen, dass die eigene Seite Inhalte zum Web beitragen und nicht weiterverteilen soll. Contribute, don't distribute (Teilnehmen! Nicht weiterverteilen) ist hier angesagt.

Der Seitentitel

Das wohl wichtigste HTML-Element bei der Suchmaschinenoptimierung ist der Seitentitel. Definiert durch den <title>-TAG kann Google dort aussagekräftige Suchbegriffe bzw. Suchphrasen finden. In diesem TAG sollte das stehen, wonach der Suchende suchen könnte. Das stellt jedoch keinen Freibrief dafür da, dort Begriffe über Begriffe zu posten. Auch Google mag Spam nicht gerne und es kann bei übermäßigem Gebrauch dazu kommen, dass Seiten aus dem Index ausgeschlossen werden. Der Seitentitel sollte für den Besucher einerseits einen Sinn ergeben (auch zwecks Bookmarks, etc.) und gleichermaßen Suchbegriffe und/oder Suchphrasen enthalten.

Viele Seitenbetreiber, vorallem jene im Anfängerstadium, machen bei diesem TAG den Fehler, diesen nicht von Seite zu Seite abzuändern. Dabei ist ein sich verändernder Seitentitel das absolute Optimium was erreicht werden kann. Bei statischen Seiten ist das einfach zu realisieren. Bei dynamischen Seiten ist die Umsetzung schon schwieriger. Gerade bei Verwendung von Template-Systemen muss in irgendeiner Form hinterlegt sein, welcher Seitentitel zugewiesen werden soll. Im einfachsten Fall direkt im Quelltext als Variable oder bei aufwändigeren Systemen in der Datenbank, wo die Beziehung Seite=>Seitentitel hinterlegt ist.

Suchbegriffe in URL's

Habt ihr euch die Ergebnisse von Google mal genauer angeschaut? Zu jedem Ergebnis wird auch die URL ausgegeben und dort sind Teilabschnitte fett markiert, sollte der Suchbegriff auch auf die URL zutreffen. Daraus lässt sich schließen: Suchbegriffe in URL's erhöhen die Chance auf ein gutes Listing.

Wer es sich einfach machen will, benennt jetzt seine Seiten alle um, so dass der Dateiname zum Inhalt passt und ändert die Verlinkung ab. Was ist aber bei Redaktionssystemen wie TYPO3 oder Redaxo? Die laufen alle über eine index.php und übergeben immer nur eine Seiten-ID. In Redaxo gibt es die Möglichkeit sogenannte Alias-URL's zu definieren, über die die Unterseiten dann angesprochen werden können. Ähnliches wird es mit Sicherheit auch für andere Redaktionssysteme geben. Bei Eigenentwicklungen sieht die Geschichte auch wieder anders aus. Eine Universallösung zu dieser Thematik für dynamisch erstellte Seiten gibt es leider nicht.

URL's don't change

Hinter dieser Phrase verbirgt sich nichts weiter, als dass sich einmal indexierte Seiten bzw. URL's nicht mehr ändern. Allerdings sollte man das nicht so wörtlich nehmen. In der Praxis trifft diese Phrase meistens auf dynamisch erstellte Seiten zu bzw. auch dann wenn ein Domainumzug bevor steht.

Die URL-Struktur bei dynamischen Seiten ist meist gekennzeichnet von einem Rattenschwanz an Parametern der noch hinten dran hängt.

Ein Beispiel:

http://www.meineseite.de/index.php?cat=tiere&subcat=haustiere&tier=katze

Auch wenn Google derartige URL's seit 2006 in den Index aufnimmt, ist es aus Gründen der schnelleren Indexierung und der verbesserten Lesbarkeit der Adresse besser, in der Praxis besser eine statische URL "vorzutäuschen". Das lässt sich mit dem Apache Modul "mod_rewrite" machen. Dazu muss natürlich das Modul geladen sein und man braucht eine .htaccess-Datei im Hauptverzeichnis seiner Website.

Als Beispiel möchten wir nun die obere URL entsprechend umwandeln. Dazu schreibt man in die .htaccess-Datei folgenden Code:


RewriteEngine On
RewriteRule ^([A-Za-z0-9]+)/([A-Za-z0-9]+)/([A-Za-z0-9]+)/$ index.php?cat=$1&subcat=$2&tier=$3

Zunächst wird das Rewrite-Modul aktiviert. Danach folgt eine Umschreibungregel die mittels regulärer Ausdrücke beschrieben wird. Reguläre Ausdrücke sind dazu da, bestimmte Muster in einem Text gezielt und universal zu finden. Falls sich jemand näher mit regulären Ausdrücken befassen will, findet man auf folgender Seite gute Informationen dazu:

http://www.danielfett.de/internet-und-opensource,artikel,regulaere-ausdruecke

Jedenfalls können diese Muster zb. auch in URL's vorkommen. Sofern ein Muster in der URL einem regulärem Ausdruck entspricht, wird diese Serverintern in entsprechende Variablen und Werte übersetzt. Durch das Rewriting ist die ursprüngliche URL nun auch folgendermaßen erreichbar:

http://www.meineseite.de/tiere/haustiere/katze/

Man muss zugeben dass diese URL nun einerseits für den Benutzer besser lesbar ist und für Google scheint es so, als verbirgt sich dahinter eine statische Adresse, was mit Freude in den Index aufgenommen wird.

Zuletzt gäbe es noch den Sonderfall wenn eine Seite auf eine neue Domain umzieht. Vorausgesetzt man hat die alte Ordnerstruktur beibehalten kann man einen permanenten Redirect setzen, der dafür sorgt einerseits die Besucher als auch die Suchmaschinen ordnungsgemäß auf die neue Domain umgeleitet werden. In so einem Fall muss in einer .htaccess-Datei folgender Code eintragen sein:

Redirect permanent /bla.html http://www.neue-domain.de/bla.html

Valides HTML und Content-Code-Verhältnis

Ein HTML-Dokument was dem offiziellem Standard entspricht, verhindert nicht nur Darstellungsprobleme auf verschiedenen Browsern sondern hilft auch den Suchmaschinen den Inhalt besser auseinander nehmen zu können. Die Automatismen hinter den Suchmaschinen müssen sich, wenn sie den Inhalt vom HTML trennen wollen, auch an den Webstandards orientrieren und dabei kann es bei fehlerhaftem Code schonmal dazu kommen, dass die Suchmaschine nicht an den Inhalt kommt. Zudem baut man mit validem HTML auch für zukünftige Erweiterungen vor.

Eine andere Geschichte ist da noch das Content-Code-Verhältnis. Der Quelltext mag zwar valide sein, wenn jedoch ein 3-5 DIV's gebraucht werden um eine Überschrift auszuzeichnen, geht etwas gewaltig daneben. Es gilt: Je weniger HTML man braucht, um seinen Inhalt rüber zu bringen, desto besser für's Ranking. Auch wird durch weniger HTML der Browser und damit auch der PC des Nutzers weniger belastet und es spart Traffic auf der Betreiberseite.

Semantisch korrekt arbeiten

Kurz um - Man gebraucht das HTML-Element für den Zweck, für den es in den Standard aufgenommen wurde. Überschriften werden mit <h1> bis <h6> ausgezeichnet. Absätze mit <p>, Listen mit <ul> und <li>. Formulare werden ohne Tabellen gebaut und wenn man Tabellen verwendet, dann bitte nur für tabellarische Daten. CSS gehört zu 100% in externe Dateien und nicht als Inline-Style in's HTML. Gleiches gilt für JavaScript und die gerne mal in's HTML geschriebenen EventHandler wie onclick oder onmouseover.

Interne Links, externe Links & Backlinks

Interne Links sind Links die auf Inhalte auf eurer Seite verweisen. Diese erleichtern nicht nur die Indexierung, sondern tragen auch zum Ranking bei. Viele Redaktionssysteme bieten es an, zu Artikeln einen sogenannten Teaser-Text zu verfassen. Dieser soll dem Besucher einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, was in dem Artikel steht. In Verbindung damit stehen meist auch Links, die zum vollständigen Beitrag führen. Das wäre zb. eine Methode um interne Links zu erzeugen. Bei gut besuchten Foren können schonmal mehr als 10.000 interne Links zustande kommen, da auch hier auf Themen und Beiträge verwiesen wird, die unter der gleichen Domain zu finden sind.

Das Gegenteil bilden dann natürlich externe Links. Diese verweisen auf fremde Seiten und deren Inhalt. Man sollte darauf achten, nur sehr wenige externe Links zu setzen. Alleine schon aus dem Grund weil man dann fremde Inhalte weiterverteilt und damit gewissermaßen nichts mehr zum WWW beisteuert. Das ist ein häufiger Fehler den Anfänger machen. Einem Besucher mittels einer Link-Seite zu zeigen "Hier - schau mal was ich tolles gefunden habe." erzeugt einerseits externe Links und andererseits besteht die Möglichkeit dass die Links den Besucher nicht im geringsten interessieren. Es gibt Suchmaschinen um etwas im Netz zu finden und es ist nicht die Aufgabe eines Betreibers diesen ihre Aufgabe abzunehmen. Auch kann bei übermäßiger Verwendung externer Links für eine Suchmaschine der Eindruck entstehen, dass eine Seite eine Linkfarm ist. Das würde im Extremfall zum Ausschluss aus dem Index führen.

Backlinks hingegen sind Links die von fremden Betreibern auf eure Seiten gesetzt wurden. Je mehr ihr davon habt, umso besser. Google zb. hat hauptsächlich 2 Kriterien was Backlinks angeht. Der betreffende Link muss auf einer vollkommen fremden Seite gesetzt sein. Sprich eine andere Domain UND ein anderer Domaininhaber müssen dahinter stehen. Es bringt euch nichts, wenn ihr mehrere Domains habt und diese untereinander verlinkt, da ihr als gleicher Inhaber beim Registar eingetragen seid.

Domainalter und PageRank

Auch wenn das Domainalter in vielen Artikeln als nicht kriegsentscheidend betrachtet wird: Jemand der seine Kenntnisse in zum Beispiel HTML weitergeben will, wird es (unmöglich) schwer haben an SelfHTML oder ähnlichen Seiten vorbei zu kommen. Nicht nur dass diese wahnsinnig oft verlinkt werden, sondern auch aufgrund des Domainalters. Zudem ist ein hohes Domainalter für eine Suchmaschine ein Hinweis, dass dortige Inhalte möglicherweise sehr lange Bestand haben.

Der PageRank wird oft als großes Mysterium betrachet. Ist es zum Teil auch denn dahinter steckt ein ziemlich verwirrender Algorithmus. Früher war der für das Ranking sehr wichtig, jedoch mittlerweile eher eine schöne Nebensächlichkeit. Oft wird gefragt wie man einen guten PageRank bekommt. Kurz gesagt - Das hat man nicht unbedingt in der Hand. Es kommt viel mehr darauf an, dass Seiten mit einem guten PageRank eure Seite verlinkt haben (Stichpunkt Backlinks). Der PageRank kann als einer Art Seitengewicht betrachtet werden. Wenn eine Seite mit gutem PageRank euch verlinkt, so wird beim nächten PageRank-Update ein Teil des PageRanks auf eure Seite sozusagen "vererbt". Eine genauere Erklärung liefert hierbei der entsprechende Wikipedia-Artikel.

SEO-Tools

Da man nun genau wissen möchte, was sich an der eigenen Seite noch verbessern lässt, sind im Laufe der letzten Jahre eine Menge an Tools entstanden. Allen voran empfehle ich das Firefox-Plugin "SearchStatus". Dieses liefert unteranderem den PageRank, Alexa Rank, Schnellzugriff auf alle indexierten Seiten, gesetzte Backlinks und noch einiges Mehr. Kurz gesagt ein Plugin für die schnelle Übersicht wie es mit den Suchmaschinen aussieht.

Nun gibt es aber auch diverse Analyse-Websites, als da wären:

  • http://qualidator.com
  • http://seitenreport.de (Registrierung notwendig)
  • http://seitwert.de

Alle bieten nützliche Informationen für den Seitenbetreiber, wo noch Verbesserungspotential vorhanden ist. Meine Favorit: qualidator.com

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